30.05.2010 "Marcialonga Cycling"
Team corratec-Quest beim bergauf Radmarathon
in der „Höhe“ des Val di Fiemme
- 12 Teamstarter mit beachtliche individuellen Leistungen
- ein „dummer“ Ausfall des Besten / Ursache eine Tackerklammer
- 2 Plätze in Klassen unter der ersten 10 (3 und 7)
Zweiter corratec-Quest Teammarathon im Radsportland Italien
Nach den ersten Teamradmarathon im April, dem UCI Golden Bike – GF Felice Gimondii in Bergamo/ITA in der Provinz Lombardei war jetzt der zweite Teamradmarathon dran, wieder im perfekten sportlichen Radsportland Italien. Pfingsten mussten die groß angekündigten Cycling Days München – und damit ein geplanter Einsatz des Team corratec-Quest wegen Genehmigungsproblemen abgesagt werden. Anders in Italien, hier werden Radveranstaltungen nicht abgesagt, sondern werden zu Sportfesten mit perfekter wie liebevoller Aufbereitung, vom Startgeschenke, übers Rennen bis zur Finisher Pastaparty. Wo war das Team corratec-Quest diesmla im Einsatz? Im Val di Fiemme rund um Predazzo, dem nordischen Skisportzentrum in der Provinz Trento – und das Rennen führte die Starter der langen Strecke auch noch in die Provinz Belluno. Standen beim Grando Felice Gimondi 135 und 165 km mit vielen moderaten Anstiegen samt 2000 und 3000 Hm am Programm, waren die Strecke in der Höhe des Val die Fiemme – mit den Längen von „nur“ 80 und 135 km - von der Länge her auf den ersten Blick überschaubar. Aber die Anstiege waren harte Dolomitenpässe in Serie mit bis zu 19% Steigung hinauf auf über 2000 m. Und man radelte jetzt im Feld ausgewiesener Südtioriler Bergziegen, und das Wetter wartete beim Rennen selbst mit einem nicht vorhergesagten nassen wie frischen Wetterumschwung. Genau
richtig für den Formaufbau über die Saison und die direkte Vorbereitung auf den Glocknerkönig.
Marcialonga – Klassiker im Ausdauersport
etwas anders als in good old Germany
Dreimal im Jahr heißt es im Val die Fiemme „Marcialonga“. Der Ski Club Marcialonga veranstaltet in Kooperation mit den Sportvereinen und den Gemeinden des Val die Fiemme und Val di Fassa
Im Januar den Skilanglaufmarathon von Moena nach Cavalese über 70 km in der klassischen Technik – diese Veranstaltung war der Marcialonga Ursprung und ist zwischenzeitlich Kult im Skilanglauf.
Im Mail heißt es zum 4. Mal „Marcialonga Cycling“ mit Start und Predazzo mit den Strecken 80km/1894Hm (mit drei Anstiegen und einem Dolomitenpass) und 135km/3279 Hm (mit 5 Anstiegen und 3 Dolomitenpässen).
Und im Herbst heißt es dann- auch zum 4. Mal - „Marcialonga Cycling“ über 15 km von Moena nach Cavalese.
- So wie hier der Ski Club Marcialonga, alle Sportvereine und die Kommunen der Region Hand in Hand, professionell wie liebevoll Sportveranstaltungen für leidenschaftliche Sportler anbieten und organisieren, ist bei uns fast nicht vorstellbar. Woran liegt dies? An den Vereinen, den Kommunen, an den Sportlern und Menschen oder wohl von allem etwas.
Eine „polare“ Dokumentation des Rennens
Die Story der Urauführung des Team corratec-Quest
beim „Marcialonga Cycling“ - im Team geht immer was!
Samstag, 29.05.2010: Anreise, Warmup, lockeres Höhentraining, uvm
Alles war lang- und kurzfristig vorbereitet: Meldung, Quartier, An- Rückreise, Teamservice auf der Strecke. Nach der frühen Anreise am Samstag mit 2 Teambussen wurde schon mal – aus den Fahrzeugen heraus – der erste Servicepunkt, der anstrengende Anstieg hoch zum Passo Lavzei, die lang 18% steile und lange Abfahrt nach Tesero erkundet. Das Team bezog Quartier im Hotel Zano (5 km von Predazzo entfernt), während die Teamleitung alle Startunterlagen im Rennbüro im Sportzentrum Predazzo am Fuße der Sprungschanzen. Punkt 12 Uhr rollte das Marcialonga-Team corratec-Quest nach Predazzo und 25 km weiter hoch zum Passo Valles auf 2032 m Höhe. Der lange Anstieg, mit vielen moderaten Beraufpassagen war ideal, sich kontrolliert aufzuwärmen und etwas „Höhentraining“ zu absolvieren. Klar, dass wir oben inder gemütlich Rifugio Kaffee und Kuchen nicht ausließen. Auf der langen schnelle Abfahrt, den zugleich letzten 25 km der langen Rennstrecke, wurde wir überraschend kurz nass. Auch dies war ein Warmup, wie schnell in den Bergen und auch bei einem Rennen in höheren Regionen das Wetter seine regionale Eigendynamik entwickeln kann. Wie galt wie oft im Leben: Frieren müssen oft nur die Armen oder die Leichtsinnigen. Zum Abschluss desw Einfahrens habe wir noch die Zielanfahrt und den Start besichtigt. Nach Radsport-TV Giro Itali mit der Etappe hoch zum Dach der Rundfahrt, zum Passo Gavia, war Materialpflege angesagt. Die Teamrennen waren aufgrund nasser Straße nicht mehr wie gewohnt blitz sauber. Und hie und da waren auch noch andere Serivearbeiten dringend notwendig: Abgefahrene Bremsbeläge, marode Reifen, usw. Alles wurde im Team und Dank der Ersatzteil- / Werkzeugbox des Team corratec-Quest noch rechtzeitig vor dem ausgiebigen, gemütlichen Abendessen gestemmt. Das Serviceteam, Kathi, Jany und Johannes hatten nachmittags alles für den Rennservice organisiert: Getränke, Zusatzverpflegung, Servicetaschen für jeden Starter. Nach dem Abendessen wurden der „Renneinsatz“ im Team besprochen und abgestimmt. Das Rennen konnte kommen!
Sonntag, 30.05.2010: Rennen „Marcialonga Cycling
5:45 Uhr Frühstück, mit einigen zusätzlich Portionen Pasta, 6:45 Uhr Abfahrt zum Start, 7:30 Uhr Start im Feld der über 2000 Marcialongastarter aus der tollen Teamstartgruppe 2 (Startnummer 101-500). Das Serviceteam hat noch die warme Einfahrkleidung übernommen und diese oder die andere Kleinigkeit erledigt. Die ersten 20 km rauschte es flach und etwas hoch nach Cavalese und San Lugano. Dann wurde es 7 km noch etwa flotter, auf der 7km-Abfahrt bis zum einem Rechtanzweig. Die 27 km wurden im Feld meist unter 40 Minuten gefahren – einem Durchschnitt von über 40 km/h. Mit Feld mit lLizenzfahrern und rennerprobten Italoracern ist es immer wieder aufs Neue beeidruckend, wie kontrolliert und rasant das Fahren in einem gut organisierten Peleton sein kann. Und jetzt war es aus mit flach – die Berg- und Talfahrt startete mit Anstieg Nr 1 über 10 km hoch San Pietro. Nach kurzer Abfahrt folgte ein 4 km Anstieg hoch nach Nova Ponente, bevor es 3 km steil und schnell Richtung Anstieg Nr 3, hoch zum Passo Lavazei, bergab rauscht. Hier wartete der corratec-Team-Service auf die 12 Teamstarter. Die 11 km zum Passo Lavazei sind gerade in der ersten Hälfte oft 14% steil. War das Wetter bis jetzt trocken, auch teils sonnig, erwartete die Renner kurz vor der Passhöhe ein erster Wettersturz: kräftige Regen und Kälte machten die lang 18% stiele Abfahrt runter ins Val die Fiemme zu einer sportlichen frischen Zitterherausforderung. Die 80 km Starter und die, die ihr Rennen ob der Nässe von aben bei der Druchfahrt durch Predazzo abgebrochen – was durchaus sinnvoll erschien und vielleicht auch war – hatten ihr Rennen geschafft. Wer nach noch 2 2 weitere, höhere und lange Dolomitenpässe, weitere 1300 Hm mit bis zu 19% bergauf letzten Anstieg, dem Passo Valles und die lang 18% steile Abfahrt am Passo Pellegrino reinziehen wollte – hatte sich was vorgenommen und musste hart sein. Nach kurzer Wetterbesserung kam es ab der Passhöhe Pellegrion zum zweiter Wettersturz: Regengüsse wie aus Eimern und 2-4 ° Wärme. Das Serviceteam hat am Anstieg zum Passo Pellegrino planmäßig Position bezogen- und das war gut so. Einerseits hatte der schnelle Stephan auf der schnellen 18% voll nassen Abfahrt hinten einen Platten hinten – trotz neu aufgezogenen Pneu. Was war los? Stephan hatte sich eine Tackerklammer einfahren und schon war die Luft raus. Das Serviceteam fuhr nach dem 2. Servicepunkt den Teamfahrern auf der langen Strecke hinterher. Einerseits konnte so Stephan nach seinem Ausfall voll nass, frierend und sicher kurz etwas frustriert, im warmen trockenen Teambus gemütlich Platz nehmen und sich pflegen lassen. Anderseits war gerade bei den letzten u.a. frischen knackigen Herausforderung der langen Strecke, sowohl bergauf wie bergab, Teamservice mehr als angesagt. Kaltgefrorene Fingern machten das Schalten und Bremsen zu einer sonst ungewohnten Herausforderung, so dass etwas Zwischendurchaufwärmen und positiver Zuspruch sicher nicht geschadet hatten. Ein mögliches erstes Fazit: Ein weiterer gelungener Teamstart, wo alle ihr Bestes gegeben hatten, das Team gut organisiert die Herausforderungen auf die Reihe brachte und zweit Plätze (3 und 7) unter den ersten 10 in Klassen erradeln konnte. Dies macht erneut neugierig auf mehr und die nächste Herausforderung, den Teamstart (19 Starter!) beim Glocknerkönig am 06.06.2010.














